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Lernen Sie Lisa Drese kennen, Freiwillige in Indien

Unkategorisiert · Juni 22, 2026 · 3 min read

Lisa Drese ist eine 18-jährige Schülerin aus Deutschland, die gerne reist und indische Filme schaut. Drei Monate lang engagierte sie sich ehrenamtlich im Projekt „Women Empowerment Volunteer Project“ in Delhi, Indien . In ihrem Interview erzählt sie uns, warum sie sich für einen Freiwilligeneinsatz im Ausland entschieden hat, von ihren Erfahrungen in Indien und welchen Rat sie anderen geben würde, die ebenfalls im Ausland Freiwilligenarbeit leisten möchten.

Warum hast du dich entschieden, im Ausland Freiwilligenarbeit zu leisten?

Ich habe dieses Jahr (Juni 2012) mein Abitur gemacht und wollte nicht sofort mit dem Studium beginnen. Deshalb entschied ich mich für ein Gap Year. Die Idee, das Jahr in meinem Heimatland zu verbringen, gefiel mir aber nicht. Ich wollte die Welt sehen und eine Zeit lang von zu Hause weg sein, um selbstbewusster und unabhängiger zu werden und meinen Horizont zu erweitern. Da ich schon immer von Indien fasziniert war (ich war bereits mehrmals dort), beschloss ich, dort sozial zu arbeiten, anstatt nur als Touristin durchs Land zu reisen. Mein Wunsch war es, die indische Kultur kennenzulernen, mit Indern zu leben und zu arbeiten und auch denen zu helfen, die nicht die gleichen Chancen im Leben haben wie ich.

Beschreiben Sie Ihre Gesamterfahrung als Freiwilliger in Indien.

Ich habe meine Freiwilligenarbeit in Indien sehr genossen, weil es einfach ein so faszinierendes Land ist. Es ist wunderschön und vielfältig, abenteuerlich und herausfordernd, manchmal sogar schockierend und einfach völlig anders als meine Heimat. Trotzdem habe ich mich schnell wie zu Hause gefühlt und in kurzer Zeit so viel über Indien, seine Kultur und seine Menschen gelernt.

In meinem Projekt (Frauenförderung) waren alle so freundlich und behandelten mich nicht wie eine Fremde, sondern wie eine Freundin. Ich verbrachte eine sehr schöne und interessante Zeit mit den jungen Frauen in meinem Praktikum. Ich brachte ihnen nicht nur Englisch bei und erzählte ihnen von meiner Kultur und meinem Heimatland, sondern lernte auch etwas Hindi von ihnen. Sie ermöglichten mir einen tiefen Einblick in ihren Alltag. Für mich war es eine großartige und unvergessliche Erfahrung, die mir auch bewusst machte, wie gut es mir selbst eigentlich geht.

Alles in allem bin ich sehr froh, dass ich nach Indien gekommen bin, um in Delhi Freiwilligenarbeit zu leisten. Diese Zeit hat mir sehr viel beigebracht, und ich werde sie immer in guter Erinnerung behalten.

Welchen Rat würden Sie anderen Menschen geben, die sich im Ausland ehrenamtlich engagieren möchten? Warum sollten Ihrer Meinung nach andere Menschen sich im Ausland ehrenamtlich engagieren?

Was ich hier gelernt habe, ist, dass man definitiv kein Englischlehrer sein oder viel Erfahrung haben muss, um bei den verschiedenen Projekten mitzuwirken. Wenn man sich für Freiwilligenarbeit im Ausland oder auch in Indien entscheidet, sollte man einfach aufgeschlossen und neugierig sein. Man sollte Interesse daran haben, ein fremdes Land mit einer fremden Kultur zu entdecken und Menschen mit einer anderen Denkweise kennenzulernen.

Soziale Arbeit in einem Land wie Indien lässt sich leichter leisten, wenn man unvoreingenommen an die Sache herangeht und die Menschen nicht aufgrund ihres anderen Lebensstils verurteilt. Wer offen für neue Erfahrungen ist, erkennt vielleicht, dass eine so vielfältige Kultur wie die indische viel bereichernder ist.

Daher kann ich jedem, unabhängig von Alter und Beruf, einen Freiwilligeneinsatz im Ausland wärmstens empfehlen. Es ist eine Erfahrung, die lange in Erinnerung bleibt und die Sichtweise auf vieles verändert. Selbst wenn man nur eine Woche im Ausland verbringt und vielleicht nur einem kleinen Kind das Zählen bis zehn auf Englisch beibringt, bewirkt man etwas. Meiner Meinung nach lohnt sich die Mühe immer. Man bekommt so viel von den Menschen zurück, mit denen man lebt und arbeitet.