Lernen Sie Kirstin Wingler kennen, Freiwillige in Nepal
Unkategorisiert · Juni 22, 2026 · 4 min read
Kirstin Wingler ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin mit vielseitiger Erfahrung und Expertise in der biomedizinischen Forschung, der Arzneimittelentwicklung und der Lehre von Medizinstudierenden. Derzeit ist sie an der Universität Maastricht in den Niederlanden tätig. Im November 2012 absolvierte Kirstin ein dreiwöchiges Freiwilligenpraktikum im Rahmen des Programms „Medical Internship“ von Volunteering Solutions in Kathmandu, Nepal.
Wie waren die Unterstützung und die Vorbereitung vor der Reise?
Die Unterstützung im Vorfeld der Reise war hervorragend. Ich erhielt vor meiner Abreise sehr wertvolle Informationen, die mir eine gute Vorbereitung ermöglichten, z. B. was ich mitnehmen sollte, was nicht, wie man ein Visum erhält usw. Ich fand es außerdem sehr gut, dass ich dadurch einen ersten Einblick in die nepalesische Kultur und die dortigen Gepflogenheiten bekam.
Beschreiben Sie Ihre täglichen Tätigkeiten als Freiwilliger.

Meine Arbeit im Krankenhaus begann früh morgens, meist gegen 7 Uhr. Ich verließ also früh das Haus für meinen 15-minütigen Fußmarsch zum Krankenhaus, während die anderen Freiwilligen (die unterrichteten oder nach Waisenkindern suchten) und meine Gastmutter oft noch schliefen. Daher bereitete ich mir mein Frühstück selbst zu. Im Krankenhaus arbeitete ich in verschiedenen Abteilungen. An manchen Tagen assistierte ich einem (sehr netten) Arzt bei der Behandlung ambulanter Patienten, unter anderem bei Endoskopien. Den Rest des Vormittags half ich manchmal auch im Pathologielabor aus. An anderen Tagen unterstützte ich die Krankenschwestern auf der Intensivstation. Zum Mittagessen ging ich zurück zum Haus, in dem ich wohnte, und genoss ein leckeres, traditionelles nepalesisches Essen zusammen mit den anderen Freiwilligen, wobei wir uns über unsere Erlebnisse des Vormittags austauschten. Am Nachmittag arbeitete ich in der Regel wieder mit dem Arzt zusammen. Wenn ich zurückkam, dämmerte es meist schon. Daher verbrachte ich die Zeit bis zum Abendessen oft mit Lesen, dem Beantworten und Lesen von E-Mails und Gesprächen mit den acht Kindern im Waisenhaus. Das Abendessen aßen wir dann wieder gemeinsam mit den anderen Freiwilligen. Da ich früh aufstehen musste, blieb ich normalerweise nicht lange wach. Samstag war mein freier Tag, den ich nutzte, um Kathmandu zu erkunden.
Was machte diese Freiwilligenerfahrung einzigartig und besonders?
Ich möchte keine einzige Erfahrung aus meinem Aufenthalt in Kathmandu vergessen. Besonders wichtig war mir, so viele freundliche Nepalesen kennenzulernen. Es ist beeindruckend, wie nett selbst sehr arme Menschen sind. Natürlich gibt es, wie überall, auch ein paar weniger nette Menschen, aber die überwältigende Mehrheit war sehr freundlich. Mit anderen Freiwilligen in einem Haus mit vielen (ebenso) netten Kindern zu wohnen und Einblicke in die nepalesische Kultur zu gewinnen, war ebenfalls eine wertvolle Erfahrung. Solche Erfahrungen macht man in einem Hotel nie! Und natürlich war die Arbeit im Krankenhaus sehr wichtig für mich. Es ist erstaunlich, wie gut die Ärzte und Krankenschwestern sich selbst unter schwierigen Bedingungen um jeden Patienten kümmern. Es war immer schön zu sehen, wie es den Patienten besser ging. Es gab aber auch traurige Momente, die für mich mindestens genauso wichtig waren. Zum Beispiel, wenn Angehörige ihre Lieben aus dem Krankenhaus nach Hause holen, obwohl der Patient in einem kritischen Zustand ist – weil sie sich die Behandlung nicht leisten können. Das hat mir immer wieder bewusst gemacht, wie viel Glück ich hatte, in einem reichen Land mit Krankenversicherung geboren zu sein! Immer wieder verspüre ich den Wunsch, etwas von diesem Glück zurückzugeben.
Wie hat Ihnen diese Erfahrung geholfen, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, und hat sie Ihre Zukunft in irgendeiner Weise beeinflusst?
Ich habe viel gelernt, sowohl persönlich als auch beruflich. Persönlich habe ich erfahren, dass ich gut mit schwierigen Situationen umgehen kann, mich an andere Kulturen anpassen und mich um andere kümmern kann. Mir wurde mehr denn je bewusst, dass man handeln muss, wenn man eine Situation verbessern will, die man für verbesserungsbedürftig hält. Außerdem habe ich erkannt, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein, und dass Gesundheit und ein friedliches Leben das Wichtigste sind. Auch im Bereich der medizinischen Behandlung habe ich viel gelernt.
Irgendwelche Tipps für Freiwillige und Praktikanten, die nach Nepal kommen möchten?
Mach es einfach! Jedes Projekt, das zu deinen Fähigkeiten passt, ist wertvoll für dich – du wirst gebraucht! Ich habe mich in Nepal immer sicher und willkommen gefühlt und neue Freunde gefunden. Du solltest dich an die nepalesische Kultur und ihre Gepflogenheiten anpassen und sie respektieren. Dann wirst du eine unvergessliche Zeit erleben! Erwarte keinen Luxus, sondern herzliche Menschen und wunderschöne Orte. Nepal ist traumhaft! Wenn du Zeit hast, bleib etwas länger und geh wandern. Ich hatte leider keine Zeit dafür.